Behandlung des Kolonkarzinom

Die Phase-III-Studie prüft die Wirksamkeit der perioperativen Gabe von Dostarlimab bei Teilnehmern mit bisher unbehandeltem, resezierbaren, als T4N0 oder Stadium III eingestuften dMMR/MSI-H-Kolonkarzinom.

By GSK

Indikation:Kolonkarzinom
Titel der Studie:Unverblindete, randomisierte Phase-III-Studie zur perioperativen Monotherapie mit Dostarlimab im Vergleich zur Standardtherapie bei Teilnehmern mit bisher unbehandeltem, resezierbaren, als T4N0 oder Stadium III eingestuften dMMR/MSI-H-Kolonkarzinom
Geschlecht:Frauen und Männer
Alter:ab 18 Jahren
Phase:III
Studiennummer(n):EU-Studiennummer 2023-503265-27

Für wen eignet sich die Studie?

Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist:

Diagnose Dickdarmkrebs mit Klassifikation T4N0 oder im Stadi um III (d.h. der Tumor hat eine bestimmte Größe oder hat noch nicht in andere Organe gestreut)

Die Reparatur-Eiweiße sind defekt (positiver dMMR- oder MSI H-Status).

Der Dickdarmkrebs ist bis dato noch nicht behandelt worden

Der Tumor muss im Rahmen einer OP entfernbar sein, das nennt man auch „operabel“ oder „resezierbar“

Beschreibung der Studie

Weltweit ist Dickdarmkrebs (auch Kolonkarzinom genannt) die dritthäufigste Krebserkrankung.

Krebs entsteht immer dann, wenn sich das Erbgut einer Zelle verändert (entartet) und die Zelle daraufhin anfängt unkontrolliert zu wachsen. Das kann passieren, wenn sie sich teilt, oder auch durch äußere Einflüsse (z.B. durch UV-Strahlen, Tabakkonsum oder bestimmte Ernährung). Normalerweise werden solche Fehler vom Körper selbst erkannt (dafür sind spezielle Reparatureiweiße zuständig) und ähnlich wie bei einer automatischen „Rechtschreibkorrektur“ beim Computer korrigiert.

Bei einigen Darmkrebserkrankungen hat man bei diesen Reparatureiweißen Fehler gefunden, und festgestellt, dass die „Rechtschreibkorrektur“ nicht mehr richtig funktioniert. Eine Gruppe dieser Eiweiße nennt man MMR-Proteine (Mismatch-Reparatur). Wenn diese Eiweiße nicht mehr funktionieren (dMMR), sind in der Regel auch bestimmte andere Bereiche des Erbgutes (sogenannte Mikrosatelliten) verändert. Dies nennt man dann eine hohe Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H).

Für den Dickdarmkrebs gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die Standardtherapie ist eine Operation (OP) gegebenenfalls mit anschließender Chemotherapie, das nennt man adjuvante Therapie.

Für Patienten mit anderen Arten von Darmkrebs zeigt sich immer häufiger, dass eine Behandlung des Tumors vor der Operation (neoadjuvante Therapie) von Nutzen sein könnte. Durch diese neoadjuvante Behandlung soll der Tumor verkleinert werden, so dass er während der Operation möglichst vollständig und schonend entfernt werden kann.

Mit Hilfe der Chemotherapie sollen die sich schnell teilende Tumorzellen (Krebszellen) abgetötet werden sollen. Man hat herausgefunden, dass Chemotherapien besser wirken, wenn es keine Beschädigungen an den Reparatur-Eiweißen gibt, also die „Rechtschreibkorrektur“ funktioniert.

Die Tumore, bei denen die Reparatur-Eiweiße (dMMR/MSI-H) kaputt sind, sprechen dafür sehr gut auf eine Immuntherapie an.

Das Immunsystem schützt unseren Körper vor Krankheiten und ist auch in der Lage, krankhaft veränderte Zellen zu erkennen und zu bekämpfen. Viele Tumore entwickeln aber mit der Zeit spezielle Tarnmechanismen, um nicht vom Immunsystem erkannt und zerstört zu werden. Bei einer Immuntherapie versucht man diese Tarnvorrichtungen abzuschalten, sodass das Immunsystem die kranken Zellen wieder erkennen und erfolgreich bekämpfen kann.

Dostarlimab ist ein solches Immuntherapeutikum und soll das Wachstum des Tumors anhalten, indem es dem Immunsystem hilft, die Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Dafür bindet Dostarlimab an das Protein PD-1 und unterbricht so spezielle Signale („die Tarnvorrichtung“), die die Krebszelle aussendet, um nicht vom Immunsystem erkannt zu werden. Dadurch trägt Dostarlimab dazu bei, dass das körpereigene Immunsystem die Krebszellen wieder erkennen, angreifen und vernichten kann.

In dieser Studie wird also überprüft, wie wirksam und sicher Dostarlimab ist.

Link zur Studie