Wie wird man Studienkoordinator:in?
„Leider ist das Berufsbild nicht geschützt, d.h. es gibt keine verpflichtende Ausbildung, sondern nur ,learning by doing‘“, kritisiert Jacqueline Roy, die selbst seit vielen Jahren als Studienkoordinatorin arbeitet. Oft werde aus Kostengründen auf eine fundierte Fortbildung verzichtet, sogar Quereinsteiger ohne medizinische Ausbildung eingesetzt.
„Gerade weil unsere Aufgaben so entscheidend für den Erfolg von klinischen Studien sind, fordern wir eine verpflichtende, bundesweit einheitliche Fachweiterbildung“, betont Daniela Karl. „Das muss politisch durchgesetzt werden!“
Personalmangel ist auch bei Studienkoordinator:innen ein großes Problem. Was muss sich ändern, damit sich mehr Menschen für diesen Beruf entscheiden?
„Neben der standardisierten Ausbildung muss es einen einheitlichen Tarifvertrag für Studienkoordinator:innen geben! Aktuell werden die Kolleg:innen völlig willkürlich bezahlt, teilweise machen sie in einem Haus die gleiche Arbeit, es gibt aber bis zu 2000 Euro Unterschied in der Bezahlung. Außerdem muss der Tätigkeitsbereich bekannter werden.“
Was macht Ihren Beruf so schön?
„Wir können Menschen helfen, ihnen eine Chance geben, indem sie vielleicht doch noch ein neues Medikament finden, das ihnen hilft“, sagt Jacqueline Roy.
„Die Vielfalt des Tätigkeitsbereichs und vor allem, dass Studien wirken! Es gibt immer wieder Medikamente, die auch bei schweren Erkrankungen eine maximale lebensverlängernde Wirkung haben und die Lebensqualität erhöhen“, betont Daniela Karl. „Es ist eine große Freude, mit Patient:innen zu arbeiten, sie zu begleiten und zu sehen, wie ihnen neue Therapien helfen.“