Tag der klinischen Forschung
Der Tag der klinischen Forschung macht sichtbar, was oft im Hintergrund geschieht: den langen Weg von einer medizinischen Idee bis zu einer wirksamen Behandlung. Klinische Studien sind dabei ein entscheidender Schritt: Sie schaffen Wissen, prüfen Sicherheit und Wirksamkeit und können Betroffenen neue Perspektiven eröffnen. STUDIENWIRKEN nutzt den 20. Mai, um über klinische Forschung aufzuklären und den Dialog zwischen Patient:innen, Medizin, Forschung und Politik zu stärken.
Was verbindet Zitrusfrüchte mit moderner klinischer Forschung?
Am 20. Mai 1747 legte der schottische Arzt Dr. James Lind den Grundstein für die moderne klinische Forschung. Auf einem Schiff der britischen Marine testete er verschiedene Ernährungsformen zur Behandlung von Skorbut. Das Ergebnis: Seeleute, die Zitrusfrüchte erhielten, erholten sich deutlich schneller.
Ziele des Tags der klinischen Forschung
Wo werden Studien in Deutschland verhindert oder verzögert? Warum werden Patient:innen nicht systematisch informiert, obwohl sie von einer Teilnahme profitieren könnten? Und was braucht es, damit Daten, Digitalisierung und Studiennetzwerke so zusammenwirken, dass klinische Forschung schneller, gerechter und patientenorientierter wird?
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Aufklärung
Der Tag der klinischen Forschung soll aufklären: darüber, wie Studien aufgebaut sind, wie Patient:innen geschützt werden und welche Rolle sie selbst dabei spielen können.
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In Dialog treten
Der Tag der klinischen Forschung soll Dialog ermöglichen: zwischen Patient:innen, Angehörigen, Ärzt:innen, Forschenden und Politik. Nur wenn diese Gruppen miteinander sprechen, lassen sich Hürden wie Bürokratie, unzureichende digitale Infrastruktur oder Informationslücken wirklich angehen.
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Potenzial aufzeigen
Der Tag der klinischen Forschung soll zeigen, welches Potenzial klinische Forschung in Deutschland hat: für bessere Therapien, für eine Versorgung auf aktuellem wissenschaftlichem Stand und für einen Gesundheitsstandort, der auch künftig international mithalten kann.
Wenn Studien zu Hoffnungsträgern werden
„Diese Studie hat mir Hoffnung gemacht“
Sie ist 53 Jahre alt, leidet am Lynch-Syndrom und hat zwei Krebserkrankungen überlebt. Bei STUDIEN WIRKEN berichtet Georgina Hoffmann von der klinischen Studie, die ihr Hoffnung geschenkt hat.
Zum Erfahrungsbericht„Die Studie hat mir das Leben gerettet!“
Marlene Assmann-Khoueiry war im sechsten Monat schwanger, als bei ihr ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert wurde. Im Interview berichtet sie, warum sie an einer klinischen Studie teilgenommen hat – und ihr das Leben verdankt.
Zum Erfahrungsbericht„Nur durch klinische Studien erreichen wir medizinischen Fortschritt“
Cindy Körner erklärt, warum sie an klinischen Studien teilnimmt – und warum Erwartungsmanagement wichtig ist.
Zum Erfahrungsbericht3 Zahlen zur klinischen Forschung in Deutschland
Lange Wartezeit bis Zulassung
9,4 Jahre vergehen in Deutschland im Schnitt vom Start einer klinischen Studie bis zur Zulassung eines Medikaments.
→ Wer an einer Studie teilnimmt, kann mitunter fast ein Jahrzehnt früher von neuen Therapien profitieren.
Summe der Investitionen
9 Milliarden Euro investieren Pharmaunternehmen in Deutschland pro Jahr in Forschung und Entwicklung. Allein im Bereich der medizinischen Biotechnologie werden aktuell hunderte neue Wirkstoffe in Studien geprüft, getragen von zahlreichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit gut 52.000 qualifizierten Beschäftigten.
→ Klinische Forschung ist ein zentraler Wirtschafts- und Innovationsfaktor.
Fehlendes Personal
53 Prozent der Studienzentren in Deutschland suchen Personal, 68 Prozent erwarten einen steigenden Bedarf.
→ Klinische Forschung bietet gute berufliche Perspektiven, wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden.