Dorothee Bär: „Wir brauchen mehr Frauen in klinischen Studien“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, fand auf der Konferenz „STUDIENWIRKEN 2026: Vielfalt. Zugang. Machbarkeit.“ am 15. Oktober in ihrer Eröffnungsrede klare Worte.

  • Anja Opitz
  • Redakteurin
  • 19/10/2026

© Charles Yunck - Photography

„Gute klinische Studien sind zentral für eine bessere Gesundheitsversorgung. Denn wo medizinische Daten fehlen, bleibt auch der Fortschritt aus“, sagte Dorothee Bär gleich zu Beginn ihrer Rede und betonte: „Die Forschung ist auf Menschen angewiesen, die bereit sind, an Studien teilzunehmen. Dafür braucht es Vertrauen – und Vertrauen entsteht durch Qualität, Transparenz und einen offenen Dialog.“

Gesundheitsforschung habe in ihrem Haus allerhöchste Priorität, sie sei eines der strategischen Forschungsfelder der Hightech Agenda Deutschland. „Wir wollen bürokratische Hürden abbauen, den Transfer gerade in der Medizin stärken“, so Bär.

„Wir wollen, dass wir in Deutschland aus exzellenter Forschung exzellente Arzneimittel und Therapien bekommen, schneller und häufiger.“

Als einen Schwerpunkt der Gesundheitsforschung hob Dorothee Bär die klinischen Studien heraus. Es sollen wieder mehr davon in Deutschland stattfinden, der Studienstandort international mitspielen können. Denn: „Klinische Studien sind entscheidend für den Brückenschlag in die Praxis. Ohne sie können wir kein neues Medikament, keine neue Behandlung und keinen Fortschritt verzeichnen.“

Ein Herzensthema der Bundesministerin ist die Frauengesundheit. „Wir leben in einem Neandertal, in einem Entwicklungsland, weil viel zu lange der Mann der Maßstab aller Dinge war: beim Darstellen der Anatomie, beim Beschreiben von Symptomen, beim Erproben von Arzneimitteln. Das ändern wir endlich, dafür setze ich mich mit ganzer Leidenschaft ein, weil Frauen keine kleinen Männer sind.“

Bei klinischen Studien, erklärte Dorothee Bär, gäbe es noch erhebliche Repräsentationslücken: „Wir brauchen mehr Frauen in klinischen Studien. Erst wenn wir hier bei 50 Prozent sind, können wir sagen, Studien wirken, weil sie dann beide Geschlechter mit einbeziehen.“

Optimistisch und gleichzeitig auffordernd sagte Dorothee Bär: „Klinische Studien haben schon so oft so viele wertvolle Erkenntnisse gebracht – auf diesem Erfolg müssen wir jetzt aufbauen, noch besser werden, gemeinsam und konsequent und passgenau für alle Menschen, für Frauen und selbstverständlich auch für Männer.“

Pointiert beendete die Ministerin ihre Rede:

„Wenn wir an der Frauengesundheit arbeiten, kommt es auch den Männern zugute. Denn jeder Mann, der heute hier ist, kam auch mal aus einer Frau.“

Dorothee Bär