Ein Magazin für Wissen und Austausch
Mit STUDIENWIRKEN bringen wir Personen aus Forschung, Versorgung, Patientenvertretung, Politik und forschender Industrie zusammen. Unsere Vision: Jedem Menschen in Deutschland soll eine klinische Studie als mögliche Therapieoption angeboten werden können. Die Erkenntnisse daraus sollen wiederum künftigen Patient*innen zugutekommen. Dafür wollen wir Wissen und Vertrauen stärken, Zugänge verbessern und an den Rahmenbedingungen klinischer Forschung arbeiten.
© Dagmar SchüllerDas Magazin macht diese gemeinsame Arbeit und die unterschiedlichen Perspektiven dahinter sichtbar. Es richtet sich ebenso an Menschen, die Studien planen und durchführen, wie an diejenigen, die politische Rahmenbedingungen gestalten oder sich erstmals mit klinischer Forschung beschäftigen. Fachliche Beiträge und persönliche Geschichten zeigen, wo Herausforderungen liegen, welche Ansätze diskutiert werden und was Studien für Betroffene bedeuten können.
Forschung, Versorgung und die Menschen dahinter
Den Auftakt bilden Fragen gesellschaftlicher und politischer Verantwortung. Verlegerin Julia Becker erläutert, warum verständlicher Gesundheitsjournalismus Orientierung schaffen muss. Im Interview spricht Bundesforschungsministerin Dorothee Bär darüber, wie Forschung schneller bei den Menschen ankommen kann – durch weniger bürokratische Hürden, digitale Verfahren und eine engere Zusammenarbeit. Auch Patientenbeteiligung und geschlechtersensible Medizin spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen, zeigen zwei Beiträge aus der Onkologie: Prof. Angelika Eggert beschreibt, wie eng Grundlagenforschung, klinische Studien und Versorgung in der Universitätsmedizin miteinander verbunden sind. Am Beispiel der RASolute-302-Studie beim Pankreaskarzinom erläutert Prof. Thomas Seufferlein, welche Chancen ein neuer Therapieansatz eröffnet und was sich daraus für die Wirkstoffentwicklung lernen lässt.
Erfahrungen einbeziehen, Unterschiede berücksichtigen
Die Perspektive der Betroffenen zieht sich durch das gesamte Heft. Maximilian Heller erzählt von seiner Erkrankung und der Bedeutung einer Studie für seinen Behandlungsweg. Norman Rossberg erklärt, warum Patient*innen bereits beim Studiendesign und bei der Kommunikation mitwirken sollten. Der Beitrag zu Endometriose von Luzi Sophie Schuchmann verdeutlicht, wie wichtig es ist, Forschung an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen auszurichten.
Warum medizinische Forschung Geschlechterunterschiede stärker berücksichtigen muss, diskutieren Prof. Anke Hinney und Schauspielerin Esther Schweins im Interview über gendergerechte Medizin. Sie verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen und sprechen darüber, wie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Erkrankungen, Diagnosen und Behandlungen noch immer übersehen werden.
Was gute klinische Forschung braucht
Weitere Beiträge widmen sich den Voraussetzungen guter klinischer Forschung: Daniela Karl erläutert, warum das nicht-ärztliche Studienpersonal für die Durchführung unverzichtbar ist. Prof. Sylvia Thun und Prof. Jakob Kather beleuchten die Bedeutung von Datenstandards und Künstlicher Intelligenz. Prof. Christof von Kalle und Han Steutel richten den Blick auf den Studienstandort Deutschland und die Rolle der forschenden Pharmaunternehmen.
Was STUDIEN WIRKEN bislang auf den Weg gebracht hat

Die Rubrik „STUDIENWIRKEN Inside“ zieht eine erste Bilanz: Sie zeigt, wie aus einer Idee ein Partnernetzwerk und konkrete Arbeitsstrukturen entstanden sind. Vier Arbeitskreise entwickeln Empfehlungen für verständlichere, zugänglichere und besser umsetzbare Studien. Der Patientenrat prüft die Ideen aus Sicht der Betroffenen auf Verständlichkeit, Fairness und Alltagstauglichkeit.
Mit Studienfinder, Patientenbroschüre und Newsletter hat die Initiative zudem Informationsangebote geschaffen. Berichterstattung und Veranstaltungen bringen klinische Forschung stärker in die Öffentlichkeit.