Zur Eröffnung des Kongresses betonte Prof. Dr. Martin Kreis, Vorstand Krankenversorgung der Charité, die Bedeutung klinischer Forschung für den medizinischen Fortschritt. „Das ist alles nur möglich, weil diese Patientenversorgung auch eng verzahnt ist mit der Forschung und mit klinischen Studien“, sagte er in seinem Grußwort. Zugleich räumte Kreis ein, dass klinische Studien bei vielen Patient*innen zunächst Unsicherheit auslösen. Patientenvertretungen seien jedoch an der Entwicklung klinischer Studien beteiligt und die Patientenperspektive fest in den Studiendesigns verankert.

Im Expert*innenforum „Klinische Studien verstehen“ diskutierten Prof. Dr. Dominik Modest und Dr. Ute Teichert aus dem Advisory Board von STUDIENWIRKEN gemeinsam mit Christian Erb, Co-Gründer der Studienplattform REESI, und Ulla Ohlms vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) mit den Teilnehmenden über Chancen, Abläufe und häufige Fragen rund um klinische Studien.
Prof. Dr. Dominik Modest, Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC), machte deutlich, dass der Zugang zu klinischen Studien ein wichtiges Qualitätsmerkmal moderner Krebsmedizin ist: „Was gar nicht so im Bewusstsein ist, ist, dass ein guter Onkologe einem Patienten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine innovative Therapieoption zugänglich machen kann. Das ist ein guter Onkologe, zumindest für mich.“
Seine Botschaft brachte er in einem Satz auf den Punkt: „Ein guter Onkologe hat viele Studien.“

Eine persönliche Perspektive brachte Marlene Assmann-Khoueiry in die Diskussion ein. Sie berichtete, wie ihr die Teilnahme an einer klinischen Studie nach der Diagnose eines Hirntumors während der Schwangerschaft eine neue Therapieoption eröffnete und neue Hoffnung gab.
Dr. Ute Teichert machte deutlich, dass viele Patient*innen nicht wissen, ob eine klinische Studie für sie infrage kommt oder welche Fragen sie im Gespräch mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt stellen sollten. Mit dem Studienfinder von REESI bietet STUDIENWIRKEN Patient*innen eine weitere Möglichkeit, sich zu informieren und passende klinische Studien zu finden.

Auch sie engagiert sich im Advisory Board von STUDIENWIRKEN
Der Kongress machte deutlich, dass Menschen mit Migrationsgeschichte in klinischen Studien weiterhin unterrepräsentiert sind. Sprachliche Barrieren abzubauen und den Zugang zu verlässlichen Informationen zu verbessern, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass medizinischer Fortschritt möglichst allen Patient*innen zugutekommt.
